Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Städtisches’

Ja aber wo durch denn eigentlich? Durch den 1. Halbmarathon meines Lebens. Ziemlich spontan hab ich, als ich am 26. Februar im Zug von Frankfurt an der Oder nach Lutherstadt Wittenberg saß, mich entschieden den Berliner Halbmarathon mit zu laufen. Eigentlich dacht ich, der wäre erst im Frühsommer und somit wäre genügend Zeit zu trainieren. Kaum war ich Sonntag Abend wieder in Berlin zu Hause und hab meinem Mitbewohner von der fixen Idee erzählt, saßen wir vorm Laptop und schauten nach, wann der ist: 28. März. WAS?! Schon so bald?! Als du lieber Himmel. Nun ja, ich hab mir das in den Kopf gesetzt, und was da erst mal als Idee verankert ist, bleibt auch erst mal mit mir selbst so fest ausgemacht. Punkt. Aus. Amen. Basta!

Gut: den PAPS Test gemacht und schwupps hat mich mein Mitbewohner schon angemeldet. Rund 40€ Anmeldegebühren wurden mir daraufhin von meinem Konto abgebucht und ich zahle ganz sicherlich keine 40€ um dann nicht mitzumachen! Schließlich handelt es sich hier um 80DM, und 80 Mark haben und nicht haben sind 160 Mark – wie meine Mutter mir immer und immer wieder eingetrichtert und -gehämmert hat.

Donnerstag bin ich dann mit dem Radl zum Platz der Luftbrücke geradelt und hab mir die Startunterlagen im ehem. Flughafen Tempelhof bei einer sehr sehr komischen „Vital“ Messe geholt. Das war wirklich ein erhebendes Gefühl, durch diese Hallen zu wandeln, den anderen hinterher, immer weiter und weiter, nicht wissend, wann diese Messe endlich zu Ende ist um ganz ganz hinten die Startunterlagen ausgehändigt zu bekommen. Zugegeben: zurück bin ich mit den Öffentlichen gefahren, nicht mit dem Rad.

Samstag Abend war ich auf ner Geburtstagsfeier und in unserer WG wurde auch ganz kräftig gefeiert, ständig sind Leute ins Zimmer rein und ich hab mich verdammt schwer getan bei dem Lärm (und Polizeiverwarnungen) einzuschlafen. Irgendwann so um kurz vor 2 (vor der Zeitumstellung) bin ich ins Bett, und eine gefühlte Ewigkeit nicht eingeschlafen. Ja genau, diese böse Zeitumtellung hat mir auch eine Stunde sehr wertvollen Schlafen gestohlen!

Sonntag Morgen 9:00 Uhr: Wecker klingelt, Temperatur messen, und noch eine halbe Stunde weiter dösen. Aufstehen, anziehen, gepufftes Amaranth in Orangensaft essen. Raus und mit dem Rad zum Alexanderplatz fahren, die Weste hab ich nur ums Fahrrad gebunden. Dann auf Richtung Lustgarten, wo der Start sein wird. ich bin in Block E, es hat angefangen zu nieseln, schön langsam wirds immer regnerischer und vor allem eiskalt. Und dabei hatte ich nur das dünne T-Shirt mit dem Vattenfall-Halbmarathonlogo drauf und eine sehr kurze Sporthose an. Ich hab so unendlich gefroren! Dabei bin ich mir vorgekommen wie eine Vattenfall-Werbefigur. 10:45 Uhr, der Startschuss fällt. In Demotempo wälzt sich die Menge der Teilnehmer_innen in Block E langsam, ganz langsam und gemütlich nach vorne. Es muss um 11 Uhr gewesen sein, als ich über die Startlinie laufe. In Block E werden alle gesteckt, die nicht angeben können, wie schnell sie laufen, langsamer als 2:00:00 Stunden laufen oder das erste mal mitlaufen. Ich wollte nicht so langsam hinterher trotten und hab deswegen von Anfang an damit kämpfen müssen an den Läufer_innen, die mir im Weg standen drum rum zu laufen, Lücken zu suchen, und in schmalen Lücken mich seitlich durchzuschlängeln.

Nach dem Friedensengel brach irgendwann die Sonne durch, und der Kälte wich der viel zu heißen Märzsonne, die auf meinem Kopf brannte. Für die ersten 3km brauchte ich gut 25 Minuten. Ein wirklich vernichtendes Ergebnis, zudem ich eigentlich das Ziel hatte, beim nächsten Halbmarathon einen Block besser starten zu dürfen und mich dort dann ganz vorne einzuordnen. Während dem Laufen konzentrierte ich mich vor allem anfangs vornehmlich darauf, um die Leute rumzulaufen, erst ab der Hälfte besserte sich die Situation leicht und ich konnte über viele Dinge nachdenken. Zum Beispiel über den Zusammenhang von Wettbewerben in verschiedenen Lebensbereichen: genauer, dem Sport und der Politik. Über diesen Gedanken bin ich dann irgendwann auf Joschka Fischen, den marathonlaufenden Außenminister aD gekommen und habe mich gefragt, ob der auch im sportlichen Wettkampf während seiner Ministerzeit immer von Bodyguards umgeben war.

Ab km 7 fingen meine Unterschenkel an leicht zu Schmerzen. Dieser Schmerz nahm immer mehr zu und zog sich am km 13 in die Oberschenkel rauf. Dennoch bin ich weitergelaufen und versuchte mir diesen Schmerz als Genuss zu verkaufen. Das funktionierte aber nicht so wirklich, und daran änderte auch das Schild, dass Zuschauer_innen am Straßenrand hochhielten „Der Schmerz geht, der Stolz bleibt“ nichts. Ich bin die kompletten 21,0975 km durchgelaufen, mit Ausnahme der 4 Erfrischungsstände bei denen Wasser und Tee gereicht wurde – laufen und aus lapprigen Plastikbechern trinken geht nunmal schlecht, da bin ich dann paar Meter gegangen, bis der Becher leer war – und er ganz unöko mit den restlichen Bechern auf der Straße landete.

Quälend wurde der Halbmarathon so ab dem 17. / 18. Kilometer, und es zog sich eine gefühlte Ewigkeit hin, bis km 19 und dann vor allem km 20 erschienen. Ich dachte beim 20. km Schild „Super! Nur noch paar wenige hundert Meter und ich bin im Ziel“ – nur: das Ziel wurde und wurde nicht sichtbar. Die Strecke verschmälerte sich, insofern liefen die Leute wieder etwas gedrängter und ich musste meinen Drang, immer schneller und schneller zu laufen, versuchen zu unterdrücken, was nur so halbwegs funktionierte. Die letzten Minuten dachte ich an nichts anderes als endlich mal in dieses verdammte Ziel zu kommen – ich sah einen Mann am Rand der Strecke liegen umringt von Sanitäter_innen – ich vermute, dass es sich um den einen Todesfall des Halbmarathons handelt. Den 43 jährigen Mann, der 500 Meter vorm Ziel starb. Und da dachte: bitte meine verflixten Beine, haltet diesen Mist durch, auch wenns verdammt weh tut! Den Unterkiefer breit nach vorne geschoben und mit rasselnder Atmung, riss ich mich für die letzten Meter zusammen.

Endlich die Zielline! Geschafft!? Von wegen! Plötzlich kommt man kaum mehr voran, die Läufer_innen bewegen sich wieder so langsam wie am Start, Volunteers rufen, man sollte sich zügig nach vorne bewegen, da immer neue Leute nachkämen. Ein paar wenige Leute hingen einem die Medaille um den Hals, dann kam endlich der Stand mit Tee und Wasser und Bananen. Ich trank so gierig, dass mir der Tee links und rechts die Mundwinkel runter ronn. Im Pulk wurde ich weitergeschoben. Da wurde alkoholfreies Erdinger Freibier ausgegeben, schnell einen Becher geschnappt und weitergehts. Eigentlich hatte ich mit Mirjam und dem schönen Max ausgemacht, dass sie mich beim Ziel abholen – nur wie sollten die mich bei 26000 Läufer_innen und noch mehr wartenden Menschen jemals finden und ich sie?

Ich beschloss also mir das Rad zu schnappen, mir die Weste anzuziehen und mit der Tram nach Hause zu fahren, um mir erst mal warme, trockene Klamotten anzuziehen und dann Mirjam anzurufen. Nur: es ging niemand an diese verdammte Klingel, auch die Nachbarn nicht und ich hatte weder Geld noch Nummern dabei… Ich musste recht dringend aufs Klo, also ging ich in das rutikal und spießig eingerichtete „Zur Haxe“, in dem lauter ältere Frau- und Herrschaften saßen und ging dort auf die Toilette. Super, was mach ich ohne Schlüssel und gar nichts jetzt? Ich radelte zu Stephan, der grade am Sprung war und blieb bei ihm bis er wieder kam, ich Mirjam anrufen konnte und letztendlich 3 Stunden nach Zieleinlauf wieder an mein Studiticket, Schlüssel, Geld, Adressbuch usw. kam. Psychisch war dieses ganze Chaos nach dem Lauf so unendlich viel belastender als der Lauf selbst. Jetzt schmerzen meine Beine von den Lendenwirbeln abwärts bei jeder Bewegung und der geringsten Belastung so sehr, dass ich jedes mal aufschreien könnte. Mal guggen, wie lange das noch anhält!

Nun: mit einer Netto Zeit von 1:52:09 Stunden kann ich mich mit dem bisschen Training wohl durchaus zufrieden geben, das nächste mal wird in einem besseren Block gestartet! Und ein nächstes Mal gibt es sicher – den Chip hab ich auch gleich behalten (dafür wird mir noch einmal ein Haufen Geld vom Konto abgebucht) und die Anmeldung zum Berliner Frauenlauf (10km) am 8. Mai ist auch schon gemacht 😀

Ziel ist und bleibt: Berliner Marathon Ende September! Auch wenn mir danach die Beine abfallen mögen.

Advertisements

Read Full Post »

Passau die Dreiflüssestadt hat schon einiges zu bieten.  Super schöne Stadt, wo man beim Einkaufen auch schon mal ne Rose von nem wildfremden jungen Kerl geschenkt bekommt =)

Die Uni ist echt super schön. Hell, modern und idyllisch am Inn gelegen. Gut die Einführungsveranstaltungen während der O-Woche warn nicht sooo informativ…zumindest nicht für mich. Außer die Germanisten, die haben wirklich alles sehr detailliert dargestellt, so dass ich mich schon auf die Einführung in die Sprachwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur freue.

Auch die Kneipenlandschaft habe ich schon erkundigt. Klasse, einfach klasse! Wir haben uns zu 7 von der großen Gruppe abgespalten und haben unsere eigene Tour gemacht. Ein schön bunt gemischter Haufen. In Passau gibts nämlich grade wieder die Innstadt Kneipentour. Da gibts ein Heft, hinten sammelt man Stempel von den teilnehmenden Kneipen und wenn man alle besucht hat (und natürlich auch was getrunken hat) gibts nen Zipper. Wird schon seit 7 Jahren schon gemacht und die Dinger sind Kult…ich freu mich über meinen =) Und auch eine Theke auf der ich tanzen kann, habe ich gefunden…im Frizz =)

Aber nun bin ich erst mal auf Montag gespannt, wenn die Uni so richtig losgeht *bibber*

Read Full Post »

Ich bin inzwischen seit 2 Wochen in Berlin und Berlin ist absolut genial!

Zufällig hat sich gleich bei der ersten Übernachtung ergeben, dass ich bei Rieke für einen Monat zwischenmieten kann, war wirklich super praktisch ist, weil ich somit nicht ständig organisieren muss, wo ich als nächstes übernacht bleibe.

So lässt sich die Wohnungssuche, die ich schön langsam vielleicht doch aktiv weitertreiben sollte gut mit der Uni verbinden. Die Uni war bisher übrigens nur eines, und das lässt ich in einem Wort sagen *gäääähn* – trotzdem befürcht ich ein klein bisschen, dass  mich das alles voll überfordert.

Read Full Post »