Für meine feindliche Einstellung Männern gegenüber bin ich euch ja bekannt! Dafür die Kirche sehr kritisch zu sehen auch.
Ich glaube mit Irland fing der ganze Skandal an: einen riesen fetten Skandal inszenieren die Medien aus Vorkommnissen, von denen wirklich jede_r wusste und es dennoch geflissentlich verdrängte und darüber hinweg sah: in der Kirche tummeln sich Männer, die sich zwar dem zölibatären Leben verschrieben haben, aber sich nicht daran halten. Dass Priester sich Liebhaberinnen halten und mit denen Kindern haben wird von der Kirche ja sogar toleriert und die Kinder mitfinanziert – vor Jahren gab es mal ein Buch, in denen die Kinder davon berichten, dass sie lange nicht wussten, dass der Herr Pfarrer ihr Vater ist und wie sie es dann erfuhren. Unter das Hand findet das in der Bevölkerung breite Akzeptanz, wenn der Pfarrer mit seiner Haushälterin/ Köchin zusammenlebt. Schwieriger wird es, wenn öffentlich wird, dass Kirchenmänner sich einen anderen Freund zum Mann halten – schließlich ist die kath. Kirche offiziell gegen Homosexualität, da hier ja keine Kinder in die Welt gesetzt werden können. Achja die Kinder: um die gehts ja grade eigentlich! Wie gesagt: die Medien berichtet zu allererst über die Fälle von Kindesmissbrauch in Irland – inzwischen auch über die in Deutschland. Und damit sind sie wohl so beschäftigt, dass es kaum Berichterstattung gibt wie es denn mit Missbrauchsfällen in anderen Ländern aussiehst! Man liest – es gäbe ähnliche Vorfälle neben Irland in Frankreich, England, Australien und USA. Aber was ist mit Italien? Polen? Spanien? den Skandinavischen Ländern? Afrikanischen, Lateinamerikanischen und Asiatischen Staaten? Was ist mit den christlich-röm.-kath. Gemeinden im Nahen, Mittleren und Fernen Osten?
Medienberichten geben mir sehr oft den Eindruck, dass nicht sauber, klar und deutlich zwischen Pädophilen Personen und Personen die Kinder sexuell Missbrauchen unterschieden wird. Denn beides bedingt sich ausdrücklich nicht gegenseitig! Eine erwachsene Person, die ein Kind sexuell missbraucht ist noch lange nicht pädophil, sondern für diese Person sind Kinder schlicht Opfer, über die sie Macht ausüben kann und Kinder lassen sich sehr leicht mit Druck zum schweigen bringen! Diese Person fühlt sich in der Regel trotzdem hauptsächlich von erwachsenen, ausgewachsenen Personen sexuell angesprochen. Was anderes ist es mit Pädophilen Personen: diese fühlen sich in erster Linie von Kindern – und schon viel weniger, eigentlich gar nicht von heranwachsenden=pupertierenden Jugendlichen – sexuell angezogen. Diese sexuelle Erregung hat aber nicht zwingend etwas mit dem Machtaspekt über diese Kinder zu tun und führt nicht zwangsläufig dazu, dass es seitens Pädophilen grundsätzlich zu sexuellen Übergriffen auf Kinder kommt. Da es in der Kirchendebatte sehr schwer ist heraus zu bekommen, ob die Täter tatsächlich pädophil sind, “nur” weil sie sich an Kindern vergriffen haben, würde ich mir wünschen, dass der Begriff der Pädophilie möglichst aus der Debatte herausgehalten wird!
Der Regensburger Bischof Müller hat sich wirklich übermäßig viel Zeit gegönnt, bevor er gezwungenermaßen nicht mehr anders konnte als zugeben, dass auch bei den Domspatzen Buben missbraucht wurden – wenn ich daran denke, dass es bei meinem Bruder die Diskussion gab, dass er nach der vierten Klasse vielleicht zu den Domspatzen hätte gehen sollen – wurde ihm wenn ich mich richtig erinnere von irgendwem in der Schule empfohlen, und ich diese Idee eigentlich ganz gut fand (endlich keinen nervigen Streitereien mehr!!!), wird mir heute ganz schlecht. Mein Vater erzählte mal, dass bei Leuten, bei denen er gearbeitet hat der Sohn zu den Domspatzen gegangen ist und der meinte, er würde es auf alle Fälle wieder tun. Bei Bekannten, mit denen meine Eltern, als ich noch in die Grundschule ging öfters mal Kontakt hatten, ging der Sohn ein paar Jahre zu den Domspatzen – brach dann aber, wenn ich richtig informiert bin irgendwann ab. Warum weis ich nicht. Und dann muss ich daran denken, dass der Miltacher Pfarrer, bei dem ich Kommunion hatte – und bei dem nur Jungs Ministranten werden durften (sic!) – irgendwann die Gemeinde wechselte. Eigentlich war der Pfarrer im Ort nicht wirklich beliebt: eine strenge Person, ich hab vor und während den Religionsstunden regelrecht gezittert vor Angst, und dennoch sammelten die Miltacher_innen Unterschriften, dass er doch bitte bleiben solle, damit sie ihren eigenen Pfarrer behalten können. Wieso wechselte der Pfarrer den Ort? Ich hab den Grund vergessen, war es weil es ihm in Miltach nicht gefiel? Gab es Gründe, die vielleicht nicht einmal den Kirchengemeinderatsmitgliedern bekannt waren? Ich erinnere mich noch recht gut an die Erzählung dieses Pfarrers, als er einmal im Religionsunterricht in der 3. Klasse erzählte, was er gutes geleistet hätte, als er einem jungen Mädchen, dass ganz schwarz gekleidet war, weil die Lieblingsfarbe der Mutter schwarz war, eine bunte Strumpfhose geschenkt hätte und sich dieses sehr gefreut hätte. In den letzten Jahren habe ich immer wieder und wieder an diese Annektote denken müssen.
Eben dieser Pfarrer, ich glaub er hieß Konrad Friedrich, ist wegen seiner Strenge auch Mitschuld an meiner sehr schrägen sexuellen Sozialisation: der hat mir so extrem viel Angst vor dem 6. Gebot, das wir vereinfacht mit “Schamhaftigkeit und Keuschheit” eingebläut bekamen, dass ich mich innerlich immer noch nicht vollständig davon lösen konnte! Die Kirche prägt Leben, und zumeist ins negative – Janosch würde wohl sogar das “zumeist” wegstreichen und durch ein “grundsätzlich” ersetzen!
Wieso darf eine Religion, die dazu führt, das so viele Leuten danach “nen Batscher” haben, wie man auf gut bayerisch sagt (hochdeutsch würd ichs mit “Riss in der Birne” übersetzen), weiterhin in der Schule ohne jegliche kritische Reflexion gelehrt werden?! Kein Wunder, dass so viele Leute trotz aller Ehebrechen konservativ wählen.
Naja aber jetzt wird sicherlich alles besser: die Kirchenmänner entschuldigen sich vielmals für ihre vergehen und einige sehr sehr wenige, die diese lange zeitliche Distanz noch nicht in den Ruhestand versetzt hat, bieten sogar ihren Rücktritt an und die Hoffnung aller Feminist_innen, die neue Familien- und Frauenministerin Köhler *ähhh pardon!* Schröder, lädt jetzt zu einem Runden Tisch ein, an dem sich die Deutsche Bischofskonferenz einbringen wird. Das wendet natürlich alles zum guten!
Unterm Strich bringen alle Entschuldigungen den Opfern nichts mehr, und mir ist es wirklich unverständlich, wie sexueller Missbrauch überhaupt eine Verjährungsfrist haben kann!!! Und Anbetracht der Konsequenz der evangelischen Bischöfin Käsmann, die nach ihrem erhöhten Alkoholpegel sehr fix zurückgetreten ist, sind die ANGEBOTE zum Rücktritt der katholischen Sexualtäter mehr als nur eine ironische Farce! Die Wahrung des rechten Maßes sieht zumindest für mich um einiges anders aus! Was wird aus dem Runden Tisch werden? Nun: früher oder später werden die Medien durch dieses Thema nicht mehr genug Interesse wecken können und wenden sich wieder anderen Themen zu, dann wird dieser Runde Tisch eine halbrunde Konsequenzen ziehen, die höchstens noch in den Kurzmeldungen und Randnachrichten auf eine der hinteren, wenig gelesenen Seiten machen.
Für mich bleiben viele weitere Fragen ungeklärt: Wieso sind diese Missbrauchsfälle gerade in er römisch-katholischen Kirche so gehäuft? Gibts das bei den Protestant_innen auch? Und würde die Aufhebung des Zölibats nach gut eineinhalbtausend Jahren daran was ändern? Wieso wird in dieser Debatte keinerlei Bezug genommen auf frühere Vorkommnisse in der katholischen Kirche? Ist ja nicht gerade so, dass nicht schon vor Jahrzehnten es Skandale um den miserablen Umgang von Klosterschwestern mit denen in ihre Obhut gegebenen Heimkindern gegeben hätte?! Wieso prangert niemand diese dreisten Lügereien an? Es glaubt doch sowieso niemand, dass Papst Ratzinger und sein hochwohlgebohrener Bruder Georg nichts, aber auch rein gar nichts von irgendwelchen Missbräuchen bei den Domspatzen gewusst haben wollen?! Sind sie selbst Täter? Aber genießen auf Grund ihrer hohen Stellung Immunität?
Oh dass wär doch was, wenn der Papst höchstpersönlich Kinder missbraucht hätte! Ein Freibrief für sämtliche kleinen Pfaffen und Bischöfe…
Strafrechtlich wäre es ja schon ein großer Schritt alle Täter, auch über die Verjährungsfrist hinaus, ins Gefängnis zu stecken. Dennoch: Meine persönliche Präferenz wäre ja, eine freiwillige Selbstverpflichtung sämtlicher Priesteramtsanwärter zur Kastration und dem Herausoperieren der für sexuelle Lustempfindung zuständige Hirnregion(n)! Denn ohne solchen Maßnahmen wird es die Kirche niemals schaffen ihren eigenen sexualmoralischen Ansprüchen gerecht zu werden…
Was den letzten Absatz angeht, solltest du deinen Humor (?) ein wenig feintunen. Ähem.
achja von wegen!
puhu also das mit der kastration is etwas heftig….
das mit dem zölibat halte ich auch völligen quatsch…gibts dafür irgendwelche belege oder hinweise in der bibel, dass man das braucht? ich glaube nicht….
achja lane was hältst du denn für RAPEX für männer…so als alternative zur kastration…
Was es mit dem Zölibat auf sich hat, da gehen wohl die Meinungen auseinander. In der Bibel müsst schon was stehen, auch wenn “Gott” es nicht direkt gefordert hat. Nähere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Zölibat
Ähm Miri, wie soll Rape aXe bei Männern funktionieren? Das geht nur, wenn die Frau das wie ein Femidom trägt. Davon abgesehen gibts das am Markt noch gar nicht soweit ich weis.
hier rapex für männer…
Neue Präventivmaßnahme gegen Vergewaltiger in Testphase
“Als sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in ihrer ersten Amtszeit am 17.03.1993 für ein härteres Durchgreifen gegenüber Vergewaltigern einsetzte, konnte sich noch niemand ausmalen was nur 17 Jahre später geschehen würde. Nach ihrer Wiederwahl im vergangenen Jahr, griff sie die mittlerweile etwas veralteten Pläne wieder auf, und liess in Zusammenarbeit mit Coltec aus den Vereinigten Staaten den Rapex entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Präventivmaßnahme für auffällige männliche Personen so Christina Lämpke, Pressesprecherin des Bundesjustizministeriums, “es soll promiskuitives Verhalten vor allem bei jungen Männern vorbeugen, momentan laufen Tests mit Freiwilligen welche recht zufriedenstellend sind”. Laut Lämpke wäre es möglich das der Rapex gegen Herbst 2010 in der gesamten BRD eingeführt wird, “jungen Frauen wird dadurch mehr Schutz in der Öffentlichkeit geboten, die Bundesjustizministerin erweist uns damit allen einen grossen Dienst”. Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer dagegen ist anderer Meinung, in einem Schreiben an die Bundesjustizministerin sprach er von “martialischen Maßnahmen” und “unmenschlichen Bedingungen für die männliche Bevölkerung”. Lämpke nannte diesen Ausfall Schmidbauers als “typische Aussage eines Mannes welcher die Umstände nicht kennt die es mitbringt eine Frau zu sein”. Ob und wie weit sich Empörung in der restlichen männlichen Bevölkerung der BRD breitmachen wird, werden wir wohl erst nach der Veröffentlichung des Rapex sehen, sagt Lämpke, sie sehe der Veröffentlichung aber erfreut entgegen, es sei “eine Chance für mehr Sicherheit und Gleichberechtigung in Deutschlands öffentlichem Leben”. Auf die Frage inwiefern das Produkt einen einschneidenden Einfluss auf das Leben junger Männer haben wird konnte oder wollte Frau Lämpke nicht antworten, zumindest dies könnte ein Eingeständnis der Radikalität dieser Vorangehensweise sein.
http://img707.imageshack.us/img707/2306/vgwt.jpg
Mal ganz im Ernst: würdest du freiwillig so n Rapex tragen?
Also ich nicht! Ich müsst ja dann ständig dran denken, dass die Gefahr besteht, dass ich vergewaltigt werden könnte. Da geh ich lieber mit der Einstellung durchs Leben, die wir in dem Selbstverteidigungskurs vermittelt bekamen:
“Wenn die Wölfe merken, dass man bereit ist sie zu töten, dann greifen sie erst gar nicht an!” (frei nach Hemmingway ;D)
ja nee ich würd sowas auch nicht tragen…aber gut in so manchen gegenden is das bestimmt von vorteil. Also wenn ich in so nem brasiliianischen slum oder irgendwo in afrika wohnen würde…da kommt sowas statistisch gesehen ja noch öfter vor…