Grade eben habe ich auf Zeitonline einen Artikel über eine technische Entwicklung entdeckt, der die zwanghaften Sehnsüchte werdender europäischer Eltern nach der möglichst frühen, möglichst geschlechtsgerechten Einrichtung des Kinderzimmers hilft gerecht zu werden.
Dem Artikel zufolge haben Forscher_innen eine Methode entwickelt, die es ermöglicht bereits zur 8. Schwangerschaftswoche offenbar mit ~100%iger Wahrscheinlichkeit das Geschlecht des Embyos festzustellen. Bisher war das via Ultraschall frühestens ab der 16. Schwangerschaftswoche – bzw. mit der risikobehafteten Amniozentese ab der 12. Schwangerschaftswoche möglich.
Zugegeben, ich bin bisher schon kein Fan möglichst früh das Geschlecht eines Kinder heraus zu finden – der Zeitpunkt der Geburt muss doch wahrlich reichen! Aber ist es überhaupt möglich sich in dieser westlichen, industrialisierten und vermeintlich zivilisierten Gesellschaft dem Druck mit Bekanntgabe der Schwangerschaft gleichzeitig mit Preiszugeben ob Mädel oder Bub überhaupt noch entgehen? Schließlich will ja niemand die Eltern dazu zwingen ihren Bub der Anständigkeit halber – wenn sie solchen Mist schon mal geschenkt bekommen – in pinke Glitzerperlenpaillettenkleidchen oder ihr Mädchen in eine himmelblaue Latzhose mit Bob dem Baumeister statt in das eben genannte Kleidchen oder – als wärmere Alternative – eine schweinchenrosa Latzhose mit Prinzessin Lillyfee oder Hello Kity drauf reinstecken, oder? Und ja, die meisten Eltern würden wohl ziemlich verdutzt sein, würden die Großeltern dem kleinen Mädel in die Wiege einen Fußball statt einem Puppenwagen legen…
Ich denk mir dann so: Gehts noch? Ist doch toll, wenn das Mädchen damit ihre Karriere als Profifußballerin statt einem Heimchen am Herd vorgezeichnet bekommt – zudem sich die deutschen Fußballerinnen international eh besser schlagen als ihre männlichen Kollegen! Wobei zugegeben: Ich find muskulöse Frauen auch viel anziehender als so dünnhäutige Zicken, wie ich selbst eine bin!
Wird sich die Hysterie um das Geschlecht des Kinder vielleicht sogar noch verstärken? Das vermutlich nicht. Aber der Schmerz bei einem eventuellen Frühabbruch wird vermutlich vervielfacht. Nicht ohne Grund verheimlichen Paare die Schwangerschaft bis zur 12. Woche. Schließlich “erleiden” in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ein viertel aller Frauen einen Frühabbruch. Sollte die Möglichkeit das Geschlecht des Kinder also schon 4 Wochen vor Ende dieses Zeitpunkts genutzt werden, und es dann doch zu einer Fehlgeburt kommen, heißt das: 4 Wochen mehr konkretes Ausmalen und Träumen, wie toll es sein wird das Mädchen ins Ballett oder den Jungen ins Fussballtraining zu bringen, in welcher Farbe das Zimmer gestrichen wird, welche tollen Geschlechtsspezifischen Lernbücher schon mal angeschafft werden können und nicht zu vergessen: welchen Rufnamen das Kind bekommen soll. Die logische Konsequenz, die ich daraus ziehe, ist, dass die Frauen eine eventuelle Fehlgeburt noch weniger verkraften, als sie es ohnehin schon tun würden, weil sie sich mit dem Embryo in ihrem Bauch noch stärker identifiziert haben werden. Denn klar: diese ganze rosahimmelblaue kitschige Kommerzkacke funktioniert nur so gut, weil die Eltern ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte auf das Kind projiziieren!
Eigentlich schade, dass es kaum geschlechtsneutrale, fantasievolle und kreative Klamotten für kleine Kinder gibt. Oder Sachen, die ich als durchaus queer bezeichnen würde: tannengrüne Filzkleider mit Spongebob dem Schwammkopf für Mädchen, Tüfftüffs – oder wie auch immer diese Ballettröckchen aus Tüll heißen – in paillettenbesetztem glitzerrosé mit Barbiemotiven für Jungs, und als Spielsachen Bagger, Bulldogs und Fußbälle für Mädchen und Prinzessinnenkrönchen, Schminksachen und Puppenwagen für die Jungs.
Also meine lieben Freund_innen: wehe dem ihr erzieht eure Kinder so geschlechtsspezifisch, wie wir selbst erzogen wurden! Ich schenke euren Söhnen zum Geburtstag knallroten Nagellack und Lippenstifte mit eingebauten Vibrator und euren Töchtern Feuerwehrmannuniformen, Spielzeugautos und Boxsäcke!
Achja: Männer sollen sowieso mehr Herrenröcke tragen! Das sieht einfach geil aus!
ich wurde nicht so erzogen…ich hatte alles…barbies, ritterburgen, autos, kasperltheater, habe fußball gespielt und hatte pseudo ballet…ich finds genauso blöd wenn du die rollen einfach vertauschst, da legst du das kind ja praktisch wieder fest…und ich denke auch dass die einflüsse nur so stark sind wenn man wirklich noch sehr jung ist, später entwickelt man sich eh unabhängiger und man bekommt von allem was mit…ich kenn das von ner familie, die hatten 3 mädels nd einen jungen, der wolte dann immer kleider und lackschuhe tragen weil er das bei seinen schwester gesehen hat, drufte er auch,aber später hat er sich auch für andere sahcen intressiert…aber diese diskussion hatten wir ja schon mal^^